Tonometrie (Augendruckmessung)

Uralt-Methode: Schötz-Tonometer

Mit einem Metallstempel wird die (anästhesierte) Hornhaut des liegenden Patienten geringgradig eingedellt. Aus der Tiefe der Eindellung, die mit einem Zeiger auf der Skala angezeigt wird, kann der Augeninnendruck berechnet werden (Abbildung 1). 

Nachteile

der Patient muss liegen
Verletzungsmöglichkeit der Hornhaut bei unruhigen Patienten
viele Fehlerquellen beim rein mechanischen Gerät

Vorteile

einfache Methode
leicht transportables Gerät
in Entwicklungsländern noch im Einsatz

Standardmethode (die genaueste):
Goldmann-Tonometer (Applanationstonometrie)

Mit einem Kunststoffmessköpfchen (kegelförmig) wird eine genau bestimmte Fläche der (anästhesierten) Hornhaut abgeplattet (applaniert). Aus der Kraft des nötigen Federdruckes wird der Augeninnendruck berechnet. Die Beobachtung erfolgt an der Spaltlampe (Abbildung 2). 

Die einzig wissenschaftlich anerkannte Messmethode. Die Interpretation der Messergebnisse kann durch Messung der Hornhautdicke verbessert werden. Siehe:Pachymetrie

Berührungslose Druckmessung
mittels Pressluftstrahl

Ein genau dosierter Pressluftstrahl dellt die - nicht anästhesierte - Hornhaut kurzzeitig ein (ähnlich der Schötz-Tonometrie; siehe: oben). Die Tiefe der Eindellung wird computergestützt gemessen und lässt auf die Höhe des Augeninnendruckes schließen. 

Vorteile

keine Lokalanästhesie der Hornhaut erforderlich
das Gerät ist von Hilfspersonal bedienbar
Bei Augendruck-Screeninguntersuchungen einsetzbar

Nachteile

Messergebnisse beschränkt genau
zur Verlaufskontrolle bei Glaukom nicht zu empfehlen
der Pressluftstrahl wird meist als unangenehm empfunden
Abbildung 1: Die Funktionsweise des Schötz-Tonometers, einer veralteten Methode zur Messung des Augendrucks.

Abbildung 2: Das Goldmann-Tonometer wird auf der Spaltlampe montiert und gewährleistet genaueste Messergebnisse.